DSV Workshop
Entscheidungshilfe Mode für junge Menschen – Gemeinsam Grundlagen geschaffen
Wie treffen junge Menschen heute ihre Modeentscheidungen? Zwischen Identitätsfindung, Social Media, begrenztem Budget und sich ständig wandelnden Trends ist nachhaltiger Konsum oft kein einfacher Weg. Genau hier setzt unser Projekt an.
Im November 2025 haben wir im Rahmen eines 1,5-tägigen Fachworkshops in Berlin mit rund 15 Expert*innen aus Jugendforschung, Nachhaltigkeit, Verbraucherbildung, Kommunikation und Textilwirtschaft die Grundlagen für eine „Entscheidungshilfe Mode für junge Menschen“ erarbeitet. Ziel war es, junge Menschen in ihrer Entscheidungskompetenz zu stärken – mit fundierten Informationen, aber ohne moralischen Zeigefinger.
Was wir gelernt haben
Der Workshop hat deutlich gemacht:
Junge Menschen treffen Modeentscheidungen unter starkem Identitätsdruck, unter Budgetrestriktionen – und mit erheblichen Wissenslücken. Es fehlt häufig an Orientierung zu Fragen wie: Woran erkenne ich Qualität? Was ist ein realistischer Preis? Welche Alternativen zum Neukauf habe ich? Was passiert mit Kleidung nach der Entsorgung?Gleichzeitig wurde klar: Mode ist mehr als Konsum. Sie ist Ausdruck von Persönlichkeit, Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit. Eine Entscheidungshilfe muss daher Information, Identitätsarbeit und Empowerment verbinden.
Wie die Entscheidungshilfe aussehen könnte
Aus den Diskussionen hat sich ein klares Bild entwickelt:
Das Instrument wird voraussichtlich in ein digitales Format –etwa eine App oder Web-Anwendung – münden. Nicht belehrend, sondern unterstützend.
Nicht normativ, sondern informierend. Ziel ist es, bewusste Entscheidungen zu ermöglichen
– inklusive der Entscheidung, auch einmal nicht zu kaufen.
Wie geht es weiter?
Der nächste Schritt ist die ko-kreative Weiterentwicklung mit jungen Menschen selbst. In drei Bundesländern wollen wir mit der Zielgruppe 16–25 Jahre Prototypen testen und gemeinsam weiterentwickeln. Dabei setzen wir auf Design-Thinking-Methoden, um das Tool praxisnah, nutzerorientiert und alltagstauglich zu gestalten.
Langfristig sehen wir Potenzial für eine Anwendung im gesamten DACH-Raum – perspektivisch sogar europaweit.
Mit dem Grundlagenworkshop haben wir die fachliche Basis gelegt. Jetzt geht es darum, aus der Idee ein funktionierendes, wirksames Instrument zu machen.
Wir halten euch auf dem Laufenden – und freuen uns über Austausch, Kooperationen und Unterstützung für die nächste Projektphase. Falls ihr darüber hinaus Ideen habt und eure Expertise direkt mit einbringen wollt, dann meldet euch gern unter fashionrevolution@future.fashion