Bündnis Textilwende
– im Aufbau –
Wir planen das Bündnis der Menschen, Initiativen und Unternehmen, die kreislauffähigen Textilkonsum in Deutschland heute schon möglich machen.
Ob Leihen, Teilen und Tauschen, Reparatur und Textilpflege, Secondhand oder Upcycling: Wir schaffen konkrete Alternativen zur Wegwerfmode und zeigen, wie eine zirkuläre Textilwirtschaft funktionieren kann.
Gemeinsam setzten wir uns dafür ein, dass diese Angebote in der Ausgestaltung der EPR gehört werden und die EPR-Gelder dorthin fließen, wo sie kreislauffähige Textilkonsum Angebote stärken.
Wir leben die Textilwende schon heute. Gemeinsam machen wir sie zum Morgen.
WER SIND WIR?
WARUM BRAUCHT ES UNS JETZT?
Die weltweite Textilproduktion hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt, während Kleidung im Durchschnitt immer kürzer getragen wird. In Deutschland verbrauchen wir pro Kopf rund 26 Kilogramm Textilien im Jahr und werfen 55 % mehr davon weg als noch vor zehn Jahren. Global landet jede Sekunde eine Lkw-Ladung Textilien auf der Deponie oder im Feuer. Weniger als 1 % der Textilien wird zu neuen Textilien recycelt. Das ist eine lineare Ressourcenkrise.
Wir brauchen eine Textilwirtschaft, in der Ressourcen länger genutzt, Produkte länger getragen und Materialien im Kreislauf gehalten werden.
Genau jetzt bietet sich die politische Chance, dafür endlich die wichtigen politischen Weichen zu stellen.
Mit der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien (EPR) hat die EU einen Rahmen geschaffen, der Hersteller künftig stärker für die ökologischen Folgen ihrer Produkte verantwortlich machen soll. Die konkrete Ausgestaltung für Deutschland wird derzeit erarbeitet. Wie die EPR umgesetzt wird, ist entscheidend dafür, ob sie endlich den Weg in eine echte Kreislaufwirtschaft ebnet, oder bei besser finanziertem Wegwerfen versandet.
Dabei gibt es bereits heute zahlreiche Menschen, Initiativen und Unternehmen, die zeigen, wie eine zirkuläre Textilwirtschaft funktionieren kann: Verleihmodelle, Kleidertauschinitiativen, Reparaturbetriebe, Upcyclingbetriebe, Secondhand-Angebote, Textildienstleister und viele mehr.
Ihre Erfahrungen und Lösungen sind für die Gestaltung der EPR unverzichtbar. Sie wissen, was funktioniert, wo es noch Hürden gibt und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit zirkuläre Angebote wachsen können.
Genau hier soll das neue Bündnis Textilwende ansetzen: Wir bringen diese vielfältigen Perspektiven zusammen, machen ihre Erfahrungen sichtbar und geben der zirkulären Textilwirtschaft eine gemeinsame Stimme in der politischen Debatte.
Wir setzen uns politisch dafür ein, dass die EPR so ausgestaltet wird, dass die Gelder dorthin fließen, wo Leihen, Tauschen, Reparieren und Secondhand bereits heute funktionieren, und kreislauffähige Textilkonsumangebote für die notwendige Textilwende flächendeckend ausgebaut werden können.
Denn die Textilwende beginnt nicht erst morgen. Sie findet schon heute statt. Wir wollen dafür sorgen, dass sie weiter wachsen kann.
Fotos: Cherie Birkner
Helfen Sie mit: Wer sollte alles bei dem Bündnis Textilwende vertreten werden?
80–90 %
der in Deutschland gesammelten, noch tragbaren Textilien werden exportiert, statt hier weitergenutzt zu werden.
2028
müssen die Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien in Deutschland eingerichtet sein.
Was sie bewirken, entscheidet sich jetzt.
20 %
der Menschen in Deutschland würden kreislauffähige Textilangebote nutzen. Es fehlen ihnen jedoch die passenden Angebote.*
*Civey-Umfrage im Auftrag von Fashion Revolution Germany, 2025
Genau hier setzt das Bündnis Textilwende an: Wer heute schon Kleidung repariert, verleiht, tauscht oder weiterverkauft, zeigt bereits, wie eine kreislauffähige Textilwirtschaft funktionieren kann. Wir setzen uns dafür ein, dass dieses Wissen und diese Geschäftsmodelle in die Ausgestaltung der EPR einfließen – und die finanziellen Rahmenbedingungen erhalten, die sie brauchen, um zu wachsen und ihre Wirkung zu entfalten.
DAS BÜNDNIS
Was ist das Bündnis Textilwende?
Das Bündnis Textilwende entsteht als Projekt von Fashion Revolution Germany (Akronym: CirTexNet) und wird gefördert im Rahmen der Verbändeförderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und das Umweltbundesamt (UBA). Das Bündnis bringt bundesweit die Menschen, Initiativen und Unternehmen zusammen, die eine zirkuläre Textilwirtschaft bereits heute leben und ermöglichen – von Kleidertauschinitiativen über Reparaturbetriebe, Verleih- und Upcyclingmodelle bis hin zu Secondhand-Angeboten und Textildienstleistern.
Unser Ziel: Wir bündeln die Erfahrungen und Perspektiven dieser Akteure, machen sie sichtbar und bringen sie gemeinsam in die politische Gestaltung der Textilwende ein – insbesondere in die Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) und weitere relevante politische und regulatorische Prozesse.
Gemeinsam machen wir aus vielen Erfahrungen eine starke politische Stimme für die Textilwende.
HINTERGRUND
Die Textil-EPR: Was passiert gerade und warum jetzt?
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EPR steht für „Extended Producer Responsibility“, auf Deutsch erweiterte Herstellerverantwortung. Das Prinzip ist einfach: Wer ein Produkt in Verkehr bringt, übernimmt Verantwortung für dessen Auswirkungen – auch über die Nutzungsphase hinaus.
Für Textilien bedeutet das: Hersteller und Inverkehrbringer sollen künftig verpflichtend zur Finanzierung eines Systems beitragen, das Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Recycling von Alttextilien organisiert. Gleichzeitig soll die EPR Anreize schaffen, Textilien langlebiger, reparierbarer und kreislauffähiger zu gestalten.
Bislang werden die Kosten für Sammlung und Umgang mit Alttextilien zu einem großen Teil von Kommunen und gemeinnützigen Sammler:innen getragen.
Jetzt wird entschieden, wie die Textil-EPR in Deutschland konkret ausgestaltet wird – und damit auch, welche Rolle Wiederverwendung, Reparatur, Recycling und zirkuläre Geschäftsmodelle künftig spielen.
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Im September 2025 hat die EU die Abfallrahmenrichtlinie geändert (Richtlinie (EU) 2025/1892) und erstmals eine erweiterte Herstellerverantwortung speziell für Textilien und Schuhe eingeführt. Die Mitgliedstaaten müssen die Vorgaben bis Juni 2027 in nationales Recht umsetzen. Die EPR-Systeme selbst müssen bis April 2028 eingerichtet sein.
In Deutschland liegt bereits ein Eckpunktepapier des Bundesumweltministeriums vor. Die konkrete Ausgestaltung der deutschen Textil-EPR wird derzeit weiterentwickelt.
Die EU-Richtlinie gibt dabei einen wichtigen Rahmen vor: Ein erheblicher Teil der Herstellerbeiträge soll ausdrücklich nicht nur in Sammlung und Entsorgung, sondern auch in Abfallvermeidung und Wiederverwendung fließen. Damit eröffnet die EPR die Chance, genau jene Strukturen zu stärken, die kreislauffähige Textilwirtschaft bereits heute praktizieren – von Reparatur und Verleih über Kleidertausch und Secondhand bis hin zu Upcycling.
Wie diese Vorgaben in Deutschland umgesetzt werden und welche Akteure und Geschäftsmodelle von den EPR-Mitteln profitieren, wird jetzt entschieden.
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Der deutsche Referentenentwurf wird in den kommenden Monaten erwartet. In den nächsten zwei Jahren wird konkret ausgestaltet, wie die Textil-EPR in Deutschland umgesetzt wird.
Wie stark Wiederverwendung, Reparatur, Leihe und Tausch dabei tatsächlich gestärkt werden, entscheidet sich jetzt. Die EPR kann weit mehr sein als eine Finanzierung der Entsorgung: Sie kann den Weg für eine Textilwirtschaft ebnen, in der Produkte länger genutzt und Ressourcen im Kreislauf gehalten werden.
Genau hier setzt das Bündnis Textilwende an: Wir bündeln die Stimmen und Erfahrungen der Praxis und bringen sie gemeinsam in den politischen Prozess ein.
IM FOKUS: GRUNDFORDERUNG DES BÜNDNISSES
Ein Transformationsfonds für die Textilwende
Auf dem Weg vom reinen Abfallmanagement hin zu einer zirkulären Textilindustrie. Damit aus bestehenden Lösungen eine starke zirkuläre Textilwirtschaft wird.
KERNFORDERUNG
Unsere Kernforderung: Mindestens 20 % der EPR-Beiträge für Abfallvermeidung und Wiederverwendung.
Erfahrungen aus bestehenden Herstellerverantwortungs-Systemen (etwa bei Verpackungen oder Elektrogeräten) zeigen ein wiederkehrendes Muster: Das Geld fließt fast ausschließlich in Sammlung, Sortierung und Entsorgung. Abfallvermeidung und Wiederverwendung, also genau die Maßnahmen, die Abfall gar nicht erst entstehen lassen, bleiben strukturell unterfinanziert.
Auch die französische Textil-EPR zeigt, wie wichtig es ist, aus diesen Erfahrungen zu lernen. Herstellerverantwortung allein führt nicht automatisch zu mehr Kreislaufwirtschaft. Damit Sharing, Wiederverwendung, Reparatur und andere zirkuläre Modelle wachsen können, brauchen sie eine verlässliche finanzielle Grundlage und die passende Infrastruktur. Damit sich dieser Fehler bei Textilien nicht wiederholt, fordern wir, die EPR-Einnahmen in zwei getrennte Budgets aufzuteilen: einen Bewirtschaftungsfonds für Sammlung, Sortierung und Recycling sowie einen Transformationsfonds, ausgestattet: Mindestens 20 % der EPR-Beiträge sollen gezielt in Abfallvermeidung, Wiederverwendung und den Aufbau zirkulärer Strukturen fließen.
WAS SOLL DER TRANSFORMATIONSFOND FÖRDERN?
↻ Leih- und Sharing-Modelle für Kleidung
↻ Lokale Kreislaufangebote wie Kleidertauschsysteme
↻ Secondhand-Infrastrukturen und digitale Plattformen
↻ Reparatur-, Upcycling- und Wiederverwendungskonzepte sowie -netzwerke
↻ Weitere innovative Geschäftsmodelle für zirkulären Textilkonsum
Warum diese Modelle so wertvoll sind: Sie verlängern die Lebensdauer von Textilien direkt. Ein Kleidungsstück, das geliehen, getauscht oder repariert wird, bleibt oft über Jahre und mehrere Nutzer:innen hinweg im Umlauf. Genau das steht in der europäischen Abfallhierarchie an oberster Stelle: Vermeidung durch längere Nutzung muss das neue Normal werden. Wer die Nutzungsdauer eines Textils erhöht, spart Rohstoffe, Energie, Wasser und schont das Klima, bevor überhaupt neu produziert werden muss.
Deshalb brauchen wir kreislauffähige Textilangebote flächendeckend, niedrigschwellig und für alle Menschen zugänglich. Der Transformationsfonds soll dazu beitragen, dass aus den vielen bestehenden Lösungen eine tragfähige Infrastruktur für die Textilwende entsteht.
Das heißt konkret: Wer heute schon Kleidung repariert, verleiht, tauscht oder weiterverkauft, macht die Textilwende bereits heute möglich. Genau diese Akteur:innen und ihre Erfahrungen müssen nicht nur in Berlin gehört werden, wenn die EPR ausgestaltet wird – ihre Arbeit muss auch finanziell gestärkt werden. Genau dafür soll der Transformationsfonds da sein: Er soll in die Strukturen und Geschäftsmodelle investieren, die Wiederverwendung, längere Nutzung und zirkulären Textilkonsum heute schon möglich machen. Das wollen wir im Gesetz verankern.
Ein rechtliches Gutachten der Kanzlei Geulen & Klinger im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (März 2026) bestätigt: Die Verwendung von EPR-Mitteln für einen zirkulären Transformationsfonds ist nach der EU-Abfallrahmenrichtlinie nicht nur zulässig, sondern mit Blick auf die Abfallhierarchie (Vermeidung vor Wiederverwendung vor Recycling) sogar geboten.
NÄCHSTE SCHRITTE
Der Weg zur Gründung
JETZT
Netzwerkaufbau und Ansprache der Akteur:innen
OKTOBER 2026
Bündnisvorstellung & gemeinsamer Austausch
NOVEMBER - DEZEMBER 2026
Gründungstreffen des Bündnis Textilwende
&
Gemeinsame politische Positionierung
AB 2027
Politische Bündnisarbeit
Leben Sie zirkuläre Textilwirtschaft schon heute? Bringen Sie Ihre Stimme ein!
Ob Kleidertausch, Reparatur, Verleih, Upcycling, Secondhand oder Textilservice: Sie machen die Textilwende bereits heute möglich.
Werden Sie Teil des Bündnis Textilwende und wir bringen Ihre Erfahrungen und Perspektiven in die politische Gestaltung der Textil-EPR ein. Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass zirkuläre Geschäftsmodelle die Rahmenbedingungen und Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um zu wachsen.
Gestalten Sie die Textilwende mit!
Kontakt: Textilwende@future.fashion
Bündnis Textilwende · ein Projekt von Fashion Revolution Germany e. V.
Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und das Umweltbundesamt (UBA). Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.